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Eine Radierung entsteht…

Eine Radierung ensteht

1. ÄTZGRUND

Hier wird die Kupferplatte mit flüssigem Ätzgrund beschichtet.

⌈Ulrike Theusner | Eine Radierung entsteht… ⌋
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2. TROCKNEN

Wenn der Ätzgrund getrocknet ist, kann man die Platte bearbeiten.

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3. ZEICHNEN

Mit der Radiernadel wird die Zeichnung auf die Platte übertragen. Beim Anlegen der Zeichnung muss man immer bedenken, das der fertige Druck spiegelverkehrt sein wird.

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4. SÄUREBAD

Im Säurebad greift EisenIIIChlorid die Kupferplatte an den Stellen an, die nicht vom Ätzgrund bedeckt sind – so werden die Linien in die Platte hineingeätzt und können später gedruckt werden. Man kann den Ätzschlamm, der dadurch entsteht, vorsichtig mit einem dicken Pinsel entfernen, so werden die Linien schneller geätzt. Unbedingt Handschuhe und Schutzbrille tragen!

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5. SÄURE ABSPÜLEN

Nach dem Ätzvorgang, der je nach Linienstärke und Säurekonzentration einige Sekunden bis hin zu einer Stunde dauern kann, muss die Säure mit Wasser abgespült werden.

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6. ÄTZGRUND ENTFERNEN

Nachdem die Platte geätzt wurde, kann der Ätzgrund mit Lösemitteln wie Terpentinersatz oder Waschbenzin entfernt werden. Besonders hartnäckigen Lack entfernt man mit Aceton. Bei der Arbeit mit Lösemitteln immer Handschuhe tragen!

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7. FOLIE ENTFERNEN

Die Folie bedeckt die Plattenrückseite, damit diese nicht von der Säure angegriffen wird während des Ätzvorgangs. Vor dem Drucken muss sie wieder entfernt werden.

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8. PLATTE PUTZEN

Mit Lösemitteln wird nun auch die Rückseite der Platte geputzt, Säurereste und Ätzgrundreste werden so entfernt, damit sie gedruckt werden kann und keine Rückstände auf der Presse kleben bleiben.

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9. FAST DRUCKFERTIG

Nach dem Ätzen sind die Linien in das Kupfer eingraviert – die Platte ist nun fast druckfertig.

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10. ABSCHLEIFEN DER RÄNDER

Bevor die Platte gedruckt wird, müssen die Ränder angeschliffen werden, damit sie weder den Filz noch das Papier beschädigen. Bei vielen handelsüblichen Platten sind die Ränder bereits abgeschliffen.

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11. KUPFERDRUCKFARBE

Mit einem Stoffballen aus Gaze, wird die Kupferdruckfarbe auf die Platte getupft. Damit die Farbe besser in die Linien dringt, wird die Platte auf einer Heizplatte bei ca. 30 Grad erwärmt. Wenn die Platte komplett bedeckt ist, wird die Farbe mit Gaze wieder sanft ausgerieben. Die Feinheiten werden dann mit beschichtetes Papier ausgerieben. Dabei muss man darauf achten, nicht zu stark auszureiben, damit die Druckfarbe in den Linien bleibt. Das erfordert etwas Übung. Vor dem Druck muss man darauf achten, dass an den Plattenrändern keine Farbe mehr klebt, zum Abreiben eignet sich ein weiches Tuch.

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12. DRUCKFERTIG

Eine druckfertige Platte!

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13. BÜTTENPAPIER

Die fertig ausgeriebene Platte wird mit der Zeichnung nach oben auf die Presse gelegt. Das befeuchtete Büttenpapier, das extra als Druckpapier gefertigt wurde, wird vorsichtig darüber gelegt. Das Papier wurde einige Tage vorher in einem kurzen Wasserbad angefeuchtet und danach in eine Folie gewickelt. Denn das Papier darf weder zu nass noch zu trocken sein. Ist es zu nass, kann die Farbe verlaufen. Ist es zu trocken, kann die Farbe nicht aufgenommen werden, und die Linien bleiben unsichtbar oder sind brüchig.

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14. PRESSEN

Nun kann der Druckfilz vorsichtig aufgelegt und die Presse betätigt werden. Bei Handpressen muss man darauf achten, das Rad relativ gleichmäßig zu drehen. Die Presse sollte fest eingespannt werden, bei dickeren Platten sollte man beim Einspannen zwei Pappstreifen benutzen, die der Dicke der Platte entsprechen, damit die Presse nicht zu fest eingespannt wird.

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15. PAPIER ABNEHMEN

Nachdem die Platte durch die Presse gedreht wurde, kann das Papier vorsichtig abgegommen werden. Das sollte man sehr langsam machen, denn manchmal bleibt es kleben und kann dann einreißen.

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16. TROCKNEN

Nun wird der fertige Druck in eine Papierpresse gelegt, den das feuchte Papier beginnt sich beim Trocknen zu wellen. Die Papierpresse kann man sich selber bauen, sie besteht aus saugfähigen Pappen und einem schweren Holzstück. Die Drucke sollten bis zu zwei Wochen gepresst werden, damit sich das Papier nicht mehr wellt oder verzieht.

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17. REINIGEN

Möchte man keine weiteren Drucke machen, wird die Platte gereinigt, damit die Farbe nicht eintrocknet. Dazu nimmt man Lösemittel oder Öl zum Lösen der Farbe.
Danach muss die Platte luftdicht abgedeckt werden, zb. mit flüssigem Ätzgrund, damit die Platte nicht oxidiert und sich Grünspan (bei Kupfer) bildet. Falls man keine extra Kratzer auf der Platte haben will, sollte man sie zum Aufbewahren in Filz o.ä. einwickeln.

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18. SCHLUSS

Zum Schluß werden die Drucke signiert und nummeriert. Hat man eine Edition von 20 Drucken, heißt das, es gibt nur 20 Abzüge von dieser Platte. Die Platte wird dann nicht mehr gedruckt, nun kann man die Rückseite bearbeiten. Signiert wird die Nummerierung in der Regel auf dem Büttenpapier, direkt unter dem Druck links, die Unterschrift des Künstlers dann rechts unten. Dabei signiert man in der Reihenfolge des Druckhergangs, beispielsweise: 1/10 – Druck eins von zehn. Vor der Edition macht man oft einige Testdrucke, die »Artist Prints« oder »Epreuve artiste« genannt werden und mit »a.p.« oder »e.p.« signiert werden.

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Beschreibung: Ulrike Theusner
Fotos: Elisa Demonkí
Download: PDF

ULRIKE THEUSNER

CV
1982 geboren in Frankfurt/Oder, Germany
2002 Fine art studies at Bauhaus University, Germany
2005 – 2008 Ecole des Beaux Art »Villa Arson«Nice, France
2008 Diplom Bauhaus University Weimar, Germany
2012 EnviaM Kunstkalender 2013
2014 Dritte Hochdrucksymposium Carpe Plumbum Leipzig
2014 – 2015 Spielzeit-Publikationen der Bayerischen Staatsoper

PREISE / AWARDS
2013 IGG Graphic Award
2011 Work Fellowship Bildende Kunst „Art Regio“
2010 1. Price of European Contemporary Print Triennial Toulouse

EINZELAUSSTELLUNGEN / SOLO
2014 A Rake´s Progress, Galerie Rothamel Erfurt
2013 The New York Diaries, Galerie Rothamel Frankfurt
2013 Secret Society, Chvalrous Cantaloup Commune , Shanghai
2012 Limbo Express, Y Gallery New York
2012 Gravures, Galerie Le Majorat Toulouse
2012 Revolution, Galerie Rothamel Erfurt
2011 Nitro Circus, Galerie Pierrick Touchefeu, Seaux, Paris
2011 Weird feelings, Galerie Rothamel Frankfurt
2010 Ten seconds of Fame, Galerie Wagner und Partner, Berlin
2010 East of Eden, Galerie Rothamel Erfurt
2008 The Waste Land, Bauhaus Universität Weimar

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